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Hexereien und andere wilde Spielchen – Witcher 3

witcher 3
witcher 3

Plattform: PC/PS4

Erscheinungsdatum: 19.05.2015

Vorwort:

Ja, die Witcher Reihe. Keine hat bei mir so viele gemischte Gefühle ausgelöst wie diese. Nachdem das Spiel so gut geredet wurde, habe ich mir die ersten beiden Teile auf Steam gekauft. Den Ersten aber leider nach wenigen Minuten wieder ausgemacht. Die Steuerung und das Spielprinzip lagen mir irgendwie gar nicht. Gerne hätte ich mehr über die Geschichte erfahren, aber es war unmöglich für mich zu spielen. Dementsprechend skeptisch ging ich an Teil 2 ran, aber dieser war deutlich fortgeschrittener und gefiel mir immer und immer besser. Umso größer wurde mein Interesse, als dann 2013 die ersten Infos über Witcher 3 bekannt wurden. Allerdings gab es außer ein paar Trailern nichts zu sehen oder zu spielen. 2014 verdichteten sich ja die Informationen zu dem Spiel, was es alles können soll und womit es uns begeistern würde. Diesmal gab es sogar 2 Präsentationen auf der Gamescom. Die erste Greifen Jagd und was uns sonst im Spiel erwartet. Es sah großartig aus und mich hatten die Entwickler an der Angel. Als dann bekannt wurde wie die Collectors Edition aussehen sollte, war auch klar, dass ich eine brauchte. Es war ein Kampf eine zu bekommen. Aber das war es mir allemal wert. Klar ist auch, dass dieses Review wesentlich länger wird, da das Spiel einfach so umfangreich ist. Aber das wissen ja vor allem die, die es selber gespielt haben.

Geschichte:

Wir befinden uns mitten im Krieg. Unsere Umgebung zeigt uns Leichen auf den Schlachtfeldern, Erhängte an den Bäumen baumeln. Die Nilfgaarder, regiert von Kaiser Emhyr, haben schon große Teile des nördlichen Königreiches erobert, doch die Eroberung von Wyzima geriet ins Stocken.

Wir ziehen als Geralt von Riva, der Hexer, mit unserem treuen Freund Vesemir durch das Land. Gerade dabei einen Greifen zu erlegen, um an Informationen über Yennefers Aufenthaltsort zu gelangen. Doch diese schickt uns kurz darauf eine Nachricht, dass wir sie in Wyzima treffen sollen. Dort erzählt sie uns, dass unsere Ziehtochter Ciri in großer Gefahr schwebt. Die Wilde Jagd soll ihr auf den Fersen sein und mit denen ist nicht zu spaßen. Wir begeben uns also auf die Suche nach ihr,  am besten bevor diese Monster sie erreichen. Unsere Geschichte führt uns oft in ungewohnte Situationen. Es geschehen viele Wendungen, politische Überraschungen und vieles was unsere Neugier immer wieder aufs Neue weckt. Wo ist Ciri? Was will die Wilde Jagd von ihr? Und wie schaffen wir es diese zu besiegen?

Setting:

Die Welt von Witcher enttäuscht in keiner Weise. Wir können uns auf der riesigen Karte frei bewegen und alles erkunden was wir wollen. Die Worte der Entwickler waren: „Alles was wir sehen können, können wir auch erreichen.“ und so fühlt es sich auch an. Die Vielfalt an Landschaften die uns während unserer Reise begegnet ist wirklich Wahnsinn. Wir finden Gegenden mit Hügeln und Äckern auf den Obstbäume wachsen, Flussdeltas und tiefe Wälder. Können düstere Sümpfe, schroffe Berge oder dunkle Höhlen erkunden. Ebenso erwarten uns Strände und Inseln. Es bleibt kaum etwas aus bei Witcher 3. Noch mehr zur Geltung kommt all das durch die gut gelösten Wetterwechsel. Von Sonne zu Regen über Gewitter und Stürme, ist fast alles dabei. Der Wind lässt die Blätter der Bäume tanzen. Leider, liegt hier die Grafik auf der Konsole etwas zurück. Oft ruckelt das Bild oder wir haben Nachladezeiten in den Landschaften und Menschengruppen. Aber das ist nur ein kleines Manko. Wer einen richtig guten PC hat, sollte keine Probleme haben, dass Spiel auf höchster Leistung zu spielen.

Besonderheiten:

Ich weiß gar nicht so recht wo ich anfangen soll. In der Welt von Witcher gibt es so vieles zu entdecken. Die Welt in der wir uns bewegen können ist riesig. Wenn wir gerade mal keine Lust haben irgendeiner Quest zu folgen, dann reiten wir einfach durch die Landschaften und lernen unsere Umgebung kennen. Es lohnt sich bei Witcher immer sich überall um zu sehen. Wir können Banditenlager entdecken, Monsterhorden oder Nester, Schätze, Verliese, Personen die in Not sind, Ruinen, Kriegsbeute oder Relikte die uns mehr Macht verleihen. Es wird also nie langweilig, denn für genug Abwechslung ist gesorgt. Manchmal begegnen und Drachen oder Greife, die es zu erledigen gilt. Allerdings müssen wir auch vorsichtig sein, denn geraten wir zu tief in ein Gebiet, wo unser Level nicht angemessen scheint, sind wir auch ganz schnell wieder am letzten Kontrollpunkt und dürfen nochmal losziehen. Die Welt passt sich unserem Level nämlich nicht an. Legen wir uns also spontan mit Level 5 mit einem Monster von Level 15 an, wird es mit einem Totenkopf markiert und wir sollten das Weite suchen. Mit den Quest verhält es sich genauso. Diese sind, wie in vielen MMORPGS, farblich gekennzeichnet und mit empfohlenen Leveln versehen. Eben damit wir nicht in einem Gebiet enden, wo wir nur schwer oder gar nicht weiterkommen. Quests gibt es wie in Skyrim unzählige in Witcher. Neben der Hauptgeschichte finden wir überall im Land Menschen die unsere Hilfe benötigen oder Anschlagsbretter an denen Aufgaben aus gehangen sind. Ebenso erwarten uns auf unserer Reise dynamische Ereignisse, die aber gar nicht so dynamisch sind, denn sie sind mit einem Ausrufezeichen gekennzeichnet. Was allerdings wirklich toll gelöst ist, ist das es bei vielen Quest alternative Questwege gibt. Sicher kann man an einer Quest auch scheitern. Doch wer sich erinnert, dass wir am Anfang des Spiels einen Passierschein brauchten um weiter zu kommen, der wird auch wissen wie schwer es war den Cousin auf den Feldern vor dem Tot zu bewahren. Doch ohne ihn bekommen wir keinen Schein. Falsch. Es gibt mindestens 3 weitere Wege wie wir an diesen gelangen können. Das ist das wunderbare. Jeder spielt dasselbe Spiel, aber auf einem anderen Wege. Dazu kommt, dass jede Entscheidung die wir in diesem Spiel treffen, Auswirkungen auf den späteren Verlauf haben wird. Wir wissen nicht wann und wie uns diese Entscheidung wieder begegnen wird. Manchmal kann der Effekt sofort auftreten, aber manchmal auch erst Tage oder Wochen später. Ein weiterer individueller Spielzug ist, dass wir Geralt spielen können wie wir ihn haben möchten. Er macht im Spielverlauf die Charakterentwicklung durch, die wir für richtig empfinden. Wir können ihn verständnisvoll sein lassen, sodass er mal auf eine Bezahlung verzichten kann, wenn ein armer Bauer vor ihm steht. Wir können ihn aber auch abweisend und kalt gestalten, ein Geralt dem egal ist was mit den Menschen geschieht, der nur seinen Hexerarbeiten nachgeht. Oder eben eine gesunde Mischung. So wie es uns beliebt, wird er sich entwickeln und das ist eine super Sache.

Auf unserer Reise begleitet uns Geralts Pferd Plötze. Jedes seiner Pferde heißt Plötze. Doch mit ihr kommen wir wesentlich schneller durch die Lande, als zu Fuß. Aber was wenn sie mal nicht in der Nähe ist? Dann pfeifen wir einfach uns Plötze kommt aus beliebiger Richtung an getrabt Braves Pferd.

Geralt stehen neben seinem Stahlschwert und seinem Silberschwert auch noch seine magischen Zeichen zur Verfügung, die ihm im Kampf erhebliche Vorteile bringen können. Wer die ersten Teile gespielt hat, weiß ja um welche es sich handelt. Wir können Gegner in Brand stecken, uns in ein Schutzschild hüllen, die Gegner verwirren, sie wegstoßen oder eine magische Falle auf den Boden zaubern. Aber auch außerhalb der Kämpfe stehen uns die Fähigkeiten zur Verfügung. So ist es für ihn ein Leichtes Kerzen oder Lampen an und aus zu machen, mit einer Druckwelle marode Türen ein zu reißen oder in einem Gespräch mit einem Zauber sein Gegenüber zu beruhigen. Stehen dort allerdings Zeugen daneben, kann das nicht immer so glimpflich ausgehen wie wir es gerne hätten.

Neben den Zeichen steht uns der Hexersinn zur Verfügung. Aktivieren wir diesen, dann hören wir besser welche Tiere sich in unserer Umgebung befinden und sehen wichtige Spuren mit einem roten Schimmer. Gegenstände die wir durchsuchen können scheinen dann Orange. Diese Spuren müssen nicht immer Blut oder Fußspuren sein, durchaus können wir auch schon mal einer Geruchsspur folgen, die uns dann an unser Ziel bringt. Die Suche nach Hinweisen ist allerdings nicht so eintönig wie sie klingt. Geralt kommentiert wichtige Hinweise und teilt uns seine Gedanken mit, so dass auch wir uns ein Bild von der Situation machen können. Ebenso folgen wir nicht linear einem Weg, sondern müssen schon mal Gräben durchqueren oder auch einige Felsen klettern um an unser Ziel zu gelangen. Wir können den Sinn aber auch auslassen, wenn wir es schwieriger haben wollen, denn die meisten Spuren sieht man auch so gut genug, was ziemlich cool ist. Allerdings wird man am Hauptziel dann doch oft gezwungen den Sinn ein zu setzten, da man sonst die Quest nicht beenden kann. Auch macht der Hexersinn uns manche Suche in markierten Gebieten viel zu einfach. Aber wer das Spiel wirklich erleben will, der kann alle Markierungen und Anzeigen ausschalten, die einen nur unnötig nerven.

Um das ganze Spielgeschehen nochmal mehr auf zu lockern und damit wir auch noch ein wenig mehr über Ciri erfahren, wurden immer mal wieder Rückblenden eingesetzt, in denen wir sie sogar spielen können. Diese Abschnitte sind zwar sehr linear gehalten, aber würde wir mit Ciri genauso viel erkunden können wie mit Geralt, dann hätte das Spiel wirklich nie ein Ende. Wir bauen durch diese Abschnitte immer mehr Nähe zu ihr auf und lernen ihre Geschichte kennen.

Generell ist der Alltag der NPC’s hier total geregelt. So wie bei uns gehen die Leute morgens zur Arbeit und über den Tag ihren Verpflichtungen nach. Wir finden gerade in Novigrad an manchen Ecken Graffitos über Hexen und kommen wir später am Tag an dieser Stelle nochmal vorbei, stehen dort Wachen um dieses wieder zu entfernen. Es mögen zwar viele kleine Details sein, aber genau diese machen das Spiel zu einen großen Ganzen. Wir treffen auf besoffene Streuner, fleißige Bauern, hören überall wie man uns verflucht oder ehrt, wenn wir vorbei gehen. Die Leute führen Unterhaltungen, denen wir einfach lauschen können. Vielleicht fällt dabei ja auch eine wichtige Information für uns ab. Denn manchmal kann zuhören sich wirklich lohnen. Es ist schön an zu sehen, dass ein Entwicklerteam so viel Liebe in ein Spiel steckt und auch auf die kleinen Dinge achtet.

Haben wir dann doch zu viel Freizeit, dann können wir unser verdientes Gold in Bordellen ausgeben, an Pferderennen teilnehmen oder uns in Faustkämpfe stürzen. Oder wir setzen uns an einen Tisch und spielen das Kartenspiel Gwint. Das Ingame Kartenspiel schlug auch im echten Leben ein wie eine Bombe. Zu jeder Witcher Erweiterung hat man 2 Kartendecks mit dabei, zum Sammeln und Spielen. Auch im Spiel kann man Karten kaufen, gewinnen oder finden ohne Ende. Für die Sammelfreudigen unter euch genau das Richtige. In Novigrad findet sogar ein großes Turnier statt. Gewinnen kann man dort aber nur mit einem wirklich guten Deck.

Jetzt habe ich schon so viel erzählt und ich glaube ich habe immer noch lange nicht alles erwähnt oder an alles gedacht. Inventar und Fertigkeiten lasse ich jetzt mal links liegen, da ich daran nichts besonders kompliziert finde. Für die Tränke, die Geralt brauen kann brauchen wir natürlich eine Unmenge von Zutaten. Monsterteile oder eben Kräuter und Pflanzen. Diese finden wir aber unterwegs zu genüge, denn ich finde man wird von Gegenständen schon fast erschlagen, so viele verschiedene gibt es. Unser Inventar ist aber leider nur begrenzt. Tragen wir zu viel können wir nicht mehr rennen und dann müssen wir Dinge, die vielleicht nützlich gewesen wäre verkaufen. Aber das Gold wiederum benötigen wir für die, schon etwas überteuerte, Ausrüstung oder zum Reparieren unserer Sachen. Ein ewiger Teufelskreis.

Zu den Story DLC werde ich dann wohl noch eigenständige Einträge verfassen. Ich hoffe ich habe nicht wichtiges vergessen, ansonsten wird es ergänzt. (:

Fazit:

Ein grandioses Spiel. Eines meiner Highlights aus dem letzten Jahr, aber man hat sich da auch lange genug drauf gefreut. Dass das Spiel nochmal 6 Monate verschoben wurde, war durchaus auch verkraftbar, denn wer weiß was uns sonst für ein halbfertiges Gebilde erwartet hätte. Sicher auch jetzt noch gab es Bugs und Fehler, aber ebenso viele Patches gab und gibt es immer noch. Es ist für mich ein tolles Spiel, mit vielen Spielstunden und viel zum Entdecken und deswegen ist es immer toll Witcher aus dem Schrank zu holen und die Gegend unsicher zu machen.

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