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TechCheck – HTC Vive Cosmos Elite

Seit einigen Jahren ist die Erfahrung mit VR-Brillen aus einigen Wohnzimmern nicht mehr wegzudenken. Komplett im Spiel zu versinken, bekommt somit eine völlig neue Bedeutung. Angefangen haben wir vor einigen Jahren mit der VR Brille von Sony, also der Playstation VR, und haben nebenbei die Verbesserungen der Konkurrenz am PC immer wieder mit verfolgt. Nun durften wir einige Wochen eine HTC Vive Cosmos Elite testen. Dieses Set beinhaltet neben der VR Brille auch zwei Controller und eine Basisstation, jede Menge Kabel und auch Wandhalterungen. HTC verspricht hier deutlich mehr Präzision als bei anderen Modellen und wir haben uns das natürlich genauer angesehen.

Dann mal los!

Bei uns kam ein doch recht großes Paket an, welches uns mit seiner Verpackung schon sehr neugierig machte. Behutsam öffneten wir diese und fanden die VR-Brille zusammen mit den Controllern und die Lighthouse-Basisstationen vor. Dazu noch einige Kabel und Netzstecker, um auch alles in Betrieb nehmen zu können. Für die Basisstationen liegen auch noch Wandhalterungen dabei. Wer diese nicht nutzen will, kann die Stationen auch einfach auf einem Stativ befestigen oder sich Klemmhalterungen bei HTC nachkaufen.

Vive 1

Im VR-Headset sind die Kopfhörer und ein Mikrofon verbaut. Somit werden diese Utensilien schon einmal nicht separat benötigt. Ein großer Pluspunkt! Die Controller verfügen über einen Micro-USB Anschluss und können so unkompliziert aufgeladen werden. Verbunden werden die Controller via Bluetooth.

Auf den ersten Blick macht alles einen hochwertigen Eindruck. Doch wie bei fast jedem VR System ist erst einmal alles mit viel Kabelsalat verbunden. Wer das Umgehen möchte kann aber auch hier Zubehör nachkaufen, denn es gibt ein Adapter, welches euch zumindest das Kabel an der VR Brille erspart. Hier hat HTC auf jeden Fall mitgedacht.

Vive 3

Technische Daten

Die HTC Vive Cosmos Elite bietet uns mit den LCD-Bildschirmen eine Auflösung von 1.440 x 1.700 Pixel pro Auge. In Summe können wir also fast in 2K Optik unsere Spiele genießen. An der Front der VR Brille sind 4 Kameras angebracht und einige Sensoren, welche mit den Basisstationen agieren.

HTC VIVE Cosmos Elite

Durch diese Stationen kann die Position von uns und den Controllern beim Spielen deutlich besser getrackt werden. Wo wir bei der Playstation VR Brille zum Beispiel oft den Controller neu einstellen mussten, können wir uns mit der HTC Vive Cosmos Elite quer durch den Raum bewegen. Jede unserer Bewegungen wird dabei erfasst ohne, dass wir irgendwas neu justieren müssen.

Ersteinrichtung

Der Aufbau ist wie oben schon angedeutet mit etwas Arbeit verbunden und es werden viele freien Steckdosen benötigt. Die Basisstationen müssen wir so aufstellen, dass sie sich gegenüberliegen. Dazu sollen sie sich über unserem Kopf befinden, am Besten im 2 Metern Höhe. Haben wir hier einen Platz gefunden, dann brauchen wir aber auch eine Steckdose, die mit den 3 Meter langen Kabeln erreicht werden kann. Die Stationen arbeiten dann in einem Sichtradius von 120°. Sollte die Verbindung nicht sofort funktionieren, kann man auch ein mitgeliefertes Kabel verwenden. Das war bei unserem Test allerdings nicht nötig.

HTC VIVE Cosmos Elite_3

Statt mit einer klassischen Papieranleitung werden wir Schritt für Schritt durch ein Einrichtungsprogramm am Computer geführt. Das erklärt uns neben dem Aufbau der Stationen auch die Einrichtung des Headsets und der Controller. Das Headset muss mittels Converter über USB 3.0 und einem DisplayPort angeschlossen werden. Die Controller verbinden sich problemlos per Bluetooth mit dem Headset. Das ging tatsächlich alles sehr unkompliziert.

Jede weitere Konfiguration und Updates laufen dann über Steam VR. Das funktioniert auch sehr problemlos und somit ist die Einrichtung bei uns doch relativ schnell abgeschlossen gewesen.

Brille an und abtauchen

Bevor wir starten müssen wir unseren Bewegungsraum einrichten. Wir haben uns für das Spielen im Stand entschieden, da der Platz leider doch etwas begrenzt ist. Allerdings kann man diese Option einfach umstellen, sollte man plötzlich doch mehr Raum zur Verfügung haben.

Danach kann es dann endlich losgehen. Über Steam VR landen wir in einer interessanten Lounge und schon hier haben wir Spaß daran mit der VR Brille alles zu entdecken und anzusehen. Natürlich wollen wir aber das Tracking innerhalb von Spielen testen und haben uns zuerst einmal Fruit Ninja VR angesehen. Lacht nicht, es macht wirklich Spaß! Mit unseren Samurai Schwertern schneiden wir uns durch die Früchte und das ganze läuft ohne einen Ruckler oder Probleme mit den Controllern.

HTC VIVE Cosmos Elite_2

Bei Spielen von Down the Rabbit Hole oder Torn kommen wir dann aber schon mehr in Bewegung. Umdrehen, Bücken, Beugen oder auch mal den einen oder anderen Schritt nach rechts und links bleiben dann nicht mehr aus. Teilweise stehen wir mit dem Rücken zum Computer, doch das Tracking funktioniert einwandfrei. Kein einziges Mal landen wir in einem toten Winkel, welcher den Spielfluss störte- das ist sehr Bemerkenswert.

Grafik und Sound

Beim Spielen mit der HTC Vive Cosmos Elite fällt uns natürlich die Grafik und der Sound auf. Die Kopfhörer, die wirklich nach nicht viel aussehen, liefern aber einen satten Sound ab. Wer will kann diese trotzdem entfernen und seine eigenen Kopfhörer anschließen. Das ist unserer Meinung nach aber wirklich nicht nötig.

HTC VIVE Cosmos Elite_4

Die Auflösung ist etwas komplett Anderes als bei unserer alten Playstation VR. Die HTC Vive Cosmos Elite liefert überzeugend scharfe Bilder. Zumindest, wenn man die Linsen richtig auf seine Augen einstellt. Beim Lieferumfang ist ein Lineal in einem Heft gedruckt. Mit diesem können wir den Abstand unserer Linsen ausmessen. Hier überzeugt HTC erneut, denn die Skala ist spiegelverkehrt gedruckt; somit können wir ohne Probleme eine Messung vor dem Spiegel durchführen. Ein paar Texturen wirken hier und dort etwas verschwommen, was aber auch immer zu einem gewissen Teil am jeweiligen Spiel liegt oder das die Linsen der Brille nicht richtig ausgerichtet sind. Trotzdem mindert das den Spielspaß nicht. Bei manchen Spielen kommen wir tatsächlich ganz schön ins Schwitzen, weil wir uns durch die Basisstationen eben auch viel bewegen.

Kann das was?

Für uns war der Test der HTC Vive Cosmos Elite wie ein Quantensprung in der VR Technik. Das hier eine kaum weiterentwickelte Playstation VR nicht mehr mithalten kann, müssen wir an dieser Stelle niemandem erzählen. Trotzdem war für uns das Erlebnis mit der HTC Vive deutlich intensiver.

Durch das Tracking über die Basisstationen und dem Fakt, dass der ganze Körper in Bewegung bleibt, hatten wir auch keine Probleme mit Motion Sickness. Die Spiele wirken durch die Auflösung schärfer und die Kopfhörer liefern einen guten Klang, welcher das Erlebnis deutlich nach vorne bringt. Das Headset sitzt fest und bequem vor den Augen und wer kurz die Orientierung wiedergewinnen muss, der kann einfach kurz das Visier hochklappen. Natürlich wird das Ganze nach einer gewissen Zeit recht warm in der Brille bzw. auf der Haut. Aber das bleibt einfach nicht aus.

HTC hat hier einige Dinge richtiggemacht. Wer noch alte Controller besitzt, der braucht sich nicht das Elite Set komplett zu kaufen und kann nur die Brille aufrüsten. Ist euch das Kabel zu störend, dann holt euch den entsprechenden Adapter. Vieles ist mit der Anschaffung einer Vive Cosmos einfach praktisch und einfach gehandhabt. Das finden wir super.

Das einzige kleine Manko ist, dass für die Basistationen natürlich der entsprechende Platz vorhanden sein muss. Dass muss jedem beim Kauf bewusst sein. Habt ihr kein „Spielzimmer“ und müsst die Sachen immer wieder wegräumen, dann müssen die Stationen immer wieder neu eingerichtet werden. In diesem Fall solltet ihr euch überlegen die knapp 975,00 € zu sparen und auf eine normale HTC Vive Cosmos zurückzugreifen. Wir können aber eines sagen: Wir hatten das erste Mal richtig Spaß mit dem Spielen von VR Titeln.

 

 

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