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Anno 1800 – Industriemogul und Weltentdecker

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Am 16. April 2019 erschien der siebte Teil der Anno Reihe mit dem verheißungsvollen Namen Anno 1800 für den PC. Auch an diesem Titel war Blue Byte als Entwickler tätig und Ubisoft fungierte als Publisher. Spielten die letzten beiden Teile (Anno 2205 und 2070) in der Zukunft, ging man in Anno 1800, wie der Name schon vermuten lässt, in das Jahr 1800 und wählte die industrielle Revolution als Thema. Ob das neue Mitglied der Anno Reihe überzeugt und was euch erwartet, erfahrt ihr hier in unserem Review zu Anno 1800. Eine kleine Information am Rande; wir gehen hier nicht auf den Multiplayermodus ein.

Neben dem Review findet ihr hier auch einige brauchbare Tipps, welche euer Abenteuer erleichtern können.

Wer gerne noch einmal unseren Anno 1800 BETA Preview lesen möchte, kann dieses hier tun.

 

Anno Union

Bevor wir uns in das Spielgeschehen und auf die Details stürzen, möchten wir hier kurz die Anno Union ansprechen. Diese wurde ins Leben gerufen, um engagierten Spieler die Möglichkeit zu geben auf die Entwicklung indirekt Einfluss zu nehmen. So wurde das Spiel direkt von Spielern auf Herz und Nieren getestet.

 

Es gibt echt eine Story?!

Selbst in einem Aufbaustrategiespiel wie Anno 1800 darf selbstverständlich eine Kampagne nicht fehlen. So starten wir als ein Goode-Nachfolger in das Spielgeschehen, besser gesagt auf der Beerdigung unseres Vaters. Die familiären Verhältnisse sind nicht gerade das was man als warmherzig bezeichnen würde. Unser Onkel Edward verbannt uns von seiner, bzw. der Insel unseres Vaters, und stellt uns die Bestattung voll in Rechnung. Nun gilt es eine eigene Insel zu finden und dort unser Imperium aufzubauen- und unsere Schulden zu begleichen.

Anno 1800

 

Am Anfang ist es noch leicht

Haben wir unsere neue Heimat erreicht, beginnt der Spielspaß und die Planung unserer Stadt. Sobald wir das Kontor gesetzt haben folgt ein Marktplatz und die ersten Bauernhäuser. Noch schnell eine Försterei und ein Sägewerk, um stets genug Bretter auf Lager zu haben, um weiter wachsen zu können. Nun beginnt aber der komplexe Teil des Spiels: die Produktionsketten zu planen, zu bauen und die Einwohner bei Laune halten. Ab einer gewissen Anzahl von Bauern, Arbeitern, Handwerkern und Ingenieuren wachsen die Bedürfnisse. Sind zum Beispiel bei 15 Bauern noch keine Bedürfnisse geweckt, wollen diese ab einer Einwohnerzahl von 30 Bauern zum Beispiel schon Fisch und Schnaps.

Somit bleibt uns nichts anderes übrig als eine Fischerei, Kartoffelfelder und eine Schnapsbrennerei zu bauen. Mit etwas Pech wachsen jedoch keine Kartoffeln auf unserer Insel was dazu führt, dass wir schnellstmöglich eine weitere Insel besiedeln, dazu später mehr, oder Handel betreiben müssen.

Haben wir die Produktionsketten gebaut und aktiviert, benötigen wir schnell weitere Bauern damit die Arbeitskräfte auch entsprechend vorhanden sind und die Produktion nicht zum Erliegen kommt. Somit beginnt der Kreis… Mehr Arbeitskräfte werden benötigt, also werden mehr Häuser gebaut was dazu führt, dass mehr Bedürfnisse aufkommen.

Sind alle Bedürfnisse ausreichend befriedigt, so können wir die Bauernhäuser weiter ausbauen was dazu führt, dass wir nun Arbeiter haben, welche jedoch auch ihre Bedürfnisse haben. So geht es dann immer weiter. Aus Arbeitern werden Handwerker und aus diesen wiederrum Ingenieure und zum Schluss Investoren. Jede Stufe der Einwohner- und ab einer gewissen Anzahl dieser, werden neue Produktionsketten freigeschaltet.

Anno 1800

 

Hier einmal ein paar Produktionsketten als Beispiel

Schnaps: Kartoffeln werden in der Schnapsbrennerei verarbeitet (2 Produktionsstätten).

Brot: Weizen wird durch Mühlen in der Bäckerei zu Brot verarbeitet (3 Produktionsstätten).

Arbeitskleidung: eine Schäferei bringt die Wolle in die Weberei (2 Produktionsstätten).

Wurst: die Metzgerei holt die Schweine auf der Schweinefarm ab (2 Produktionsstätten).

Seife: die Wasenmeisterei produziert aus den Schweinen Talg, welche dann in der Siederei zu Seife verarbeitet werden (3 Produktionsstätten).

Dampfschiffe: in der Eisen- und Kohlenmiene (oder durch einen Köhler) wird Eisen und Kohle abgebaut und im Hochofen zu Eisenbarren gegossen. In der Messinghütte werden die Zink- und Kupfererze zu Messing gegossen. Diese wiederrum werden in einer weiteren Fabrik zu Dampfmaschinen zusammengesetzt. Die Werft benötigt für den Bau Strom, welcher uns von einem Kraftwerk geliefert wird, dass mit Öl angetrieben wird. Das Öl wird durch eine Raffinerie gewonnen (10 Produktionsstätten).

Anno 1800

Tipp:

Achtet bei der Planung der Produktionsketten auf die Dauer der einzelnen Produktionen. Eine Schweinefarm benötigt für 1 Tonne Schwein 30 Sekunden. Auch die Metzgerei benötigt 30 Sekunden diese zu verarbeiten. Somit wird von jeder nur 1 Produktionsstätte benötigt.

Haben wir zum Beispiel eine Metzgerei mehr, mangelt es an Rohstoffen- haben wir eine Farm mehr, steigt unser Lagerbestand. Richten wir jetzt noch eine Seifenproduktion ein, sollten diese Produktionszeiten mit einberechnet werden.

Zum Schluss kann man mithilfe der Handelskammer, entsprechenden Spezialisten und einem Kraftwerk die Produktionsketten effizienter gestalten und perfektionieren.

Man merkt, dass Anno 1800 wirklich sehr komplex ist.

 

Expansion wohin das Auge reicht

Wie bereits erwähnt, kann es passieren, dass auf unserer Hauptinsel gewisse Rohstoffe nicht vorhanden sind oder nicht wachsen. Daher sollte man sein Schiff schnellstmöglich mit Holz und Ziegeln über die Karte schicken, um weitere Inseln zu Erkunden. Sind wir an einer Insel wird uns angezeigt, welche Rohstoffe dort vorkommen und was wir dort alles anbauen können.

In unserem Spiel war es zum Beispiel Hopfen und Paprika, welche wir auf einer anderen Insel anbauen mussten. Somit beginnt der Kreislauf wieder von vorne. Häuser Bauen und Bedürfnisse stillen. Um die Waren und Rohstoffe von einer zur anderen Insel zu transportieren haben wir auch wieder diverse Möglichkeiten. Wir können händisch ein Schiff immer hin und her schicken oder…

 

Der alte Seebär

Wir chartern ein Schiff! In Anno 1800 können wir gegen eine Gebühr und Einfluss auch eine Charterroute einrichten. Dort wählen wir den benötigten Rohstoff oder das fertige Erzeugnis aus, wählen noch schnell den Hafen wo es abgeholt werden soll und den Zielhafen. Nun noch rasch die Menge angeben und los gehts.

Anno 1800

Die andere Möglichkeit ist ein eigenes Schiff über eine Handelsroute einzusetzen. Der Vorteil hier ist, dass man zum Beispiel einen Klipper benutzen kann, welcher über vier Frachtplätze verfügt. Sobald man die Dampfschiffe hat, steht einem ein Frachtschiff mit sechs Frachtplätzen zur Verfügung. Somit können wir direkt 200/300 Tonnen transportieren. Aber Vorsicht vor den Piraten und anderen feinden!

 

Die anderen feinen Damen und Herren

Wie bereits erwähnt sind wir nicht allein auf der Karte. Die anderen, nennen wir diese einmal Spieler, sind Computergegner, welche wir vor Beginn des Spiels auswählen können. Hier ein weiterer Tipp: schmeißt die gute Dame Beryl O’Mara aus der Voreinstellung raus, wenn ihr etwas ruhiger spielen wollt. Die Dame neigt dazu sehr viele Inseln zu besiedeln und tut sich äußerst schwer damit eine Allianz einzugehen.

Die Gunst der anderen können wir durch Komplimente und Geschenken für uns gewinnen und so ein Handelsrecht erhalten. Durch eine Beleidung nimmt unser guter Ruf ab und es könnte ein Krieg entstehen.

Gehen wir eine Allianz mit jemanden ein, polstert das unsere Geldreserven ein wenig auf – sofern wird gefragt werden – andernfalls kostet es uns Geld. Beginnt unser Allianzpartner einen Krieg, sind wir automatisch involviert und verlieren hierdurch eventuell auch Handelsrechte oder Friedensverträge.

Die Entwickler haben für die Abwechslung auch Piraten auf den Karten ein Zuhause gegeben. Durch Schutzgeldzahlungen lassen diese uns immer für eine Stunde in Ruhe. Ist unser Ruf jedoch hoch genug, können wir gar ein Handelsrecht mit den Piraten aushandeln.

Anno 1800

 

Wie war das mit dem Handel noch mal genau?

Haben wir unsere Kontakte gut gepflegt dürfen wir auch mit anderem Handel betreiben. Entweder kaufen wir Rohstoffe oder fertige Erzeugnisse ein, oder, wir verkaufen. Für den Handel benötigen wir, anders als bei den Charterrouten, unsere eigenen Schiffe. Führen wir einen Krieg, sollten pro Frachtschiff zwei bis drei Kanonenboote Geleitschutz geben.

Fahren wir mit dem Mauszeiger über eine Insel, erscheint eine Information darüber, was wir dort in welchem Umfang verkaufen können. Es empfiehlt sich eine Route einzurichten in der erst Ressourcen verkauft- und anschließend eingekauft werden. Behaltet eure Routen regelmäßig im Auge, da sich die gewünschten Ressourcen jederzeit ändern können.

Eine weitere Möglichkeit Handel zu betreiben besteht darin, im Kontor ein Limit für Ressourcen und Erzeugnisse einzustellen. Hier können wir wählen, ob wir kaufen oder verkaufen wollen sowie den Bestand automatisiert beizubehalten.

 

Wo Freude ist, ist das Leid nicht weit

Sind unsere Einwohner zufrieden und glücklich wird es nicht lange dauern bis die ersten Feste beginnen. Diese haben den positiven Nebeneffekt, dass zum einen mehr Besucher auf unsere Insel kommen und unsere Bilanz gut nach oben drückt.

Wie das Leben aber manchmal so spielt, können aber auch Krankheiten, Explosionen- und Feuer ausbrechen, was die Attraktivität unserer Insel kurzzeitig reduziert. Daher empfiehlt es sich genug Krankenhäuser und Feuerwehren parat zu haben.

Treiben wir die Arbeitsbedingungen zu weit nach oben und ignorieren die Bedürfnisse unserer Einwohner können auch Revolutionen ausbrechen! Zum Glück waren wir so clever und haben, indem wir genug Polizeireviere platziert haben, vorgesorgt.

Die Lage der Bevölkerung und unsere Politik wird regelmäßig in der Zeitung publiziert. Sollte uns einmal nicht gefallen was dort steht, können wir die Ausgabe mithilfe unseres Einflusses etwas umgestalten. Das wird jedoch nicht gern gesehen.

 

Eine ansehnliche Stadt

Wenn man sich zwischen der Eifel und dem Industriepark Hamburg-West entscheiden müsste, dann würde die Wahl höchstwahrscheinlich auf die Eifel fallen. Ähnlich ist es auch in Anno 1800 mit den Städten. Unsere Dörfer bzw. Städte haben eine Attraktivitätswertung. Je attraktiver die Stadt ist, umso mehr Besucher kommen von weit her und die Bewohner sind glücklicher.

Auch hier spielen einige Dinge zusammen, aus denen sich die Attraktivität zusammensetzt.

Das sind zum einen unschöne Orte wie zum Beispiel Ruinen, Schweinefarmen, Metzger und Co. sowie Produktionsstätten, die die Umwelt verschmutzen. Dazu zählen neben den Köhlereien auch die Hochöfen, Stahlwerke, Ölraffinerien usw. Durch viel Natur, Stadtfeste, Parks, Ornamente und Museen erhöht sich die Attraktivität wieder bzw. gleicht sich aus.

Daher empfiehlt es sich die Produktionsketten auf mehreren Inseln zu verteilen oder Rohstoffe einzukaufen. Sofern man das passende Kleingeld hat.

 

Segel setzen und ab die Post

Immer wieder taucht der alte Rauschebart am Bildschirmrand auf und möchte mit uns auf Expedition gehen. Das klingt jetzt spannender als es ist. Die Belohnungen für Expeditionen können sich aber mehr als lohnen. So winken zum Beispiel Relikte für unser Museum, Rohstoffe, Spezialisten und vieles mehr. Achtet darauf, dass ihr ein passendes Schiff mit ausreichend Frachtplatz und Feuerkraft wählt. Anfangs solltet ihr mit den Linienschiffen noch gut hinkommen.

Anno 1800

Haben wir ein Schiff ausgewählt erhalten wir noch Informationen darüber, welche Fähigkeiten wir mitnehmen sollten. Je besser die Expedition geplant ist, desto höher sind die Erfolgschancen. Denkt nur daran einen Frachtplatz für die Belohnung frei zu lassen.

Stößt die Expedition auf ein Ereignis oder Hindernis, so meldet sich der Kapitän und bittet um Hilfe. Wir können in der Regel zwischen mehreren Optionen wählen und so das Schicksal maßgeblich beeinflussen.

Anno 1800

 

Unbekannt in eine neue Welt

Neben der Startkarte gibt es auch noch „die neue Welt“. Diese hat ein südamerikanisches Flair und stellt den Spieler vor neue Herausforderungen. Sind in der „alten Welt“ die Grundbedürfnisse noch Schnaps, Fisch und Brot, sind es in der neuen dann Tortillas, Rum und gebackene Bananen. Nun gilt es das Paradies zu Bevölkern und Produktionen so anzupassen, dass ein Warenaustausch der beiden Welten gewährleistet ist.

Die neue Welt erreicht man in der Kampagne automatisch und im freien Spiel über die Expedition.

Anno 1800

 

Vom Tellerwäscher zum Millionär

Jetzt wo der Rubel rollt und wir in Geld schwimmen könnten wir ja auch Anteile anderer Inseln kaufen, um unsere Bilanz weiterhin zu verbessern. Haben wir einen Anteil gekauft gehört uns dieser für 10 Spielminuten. Der Kauf von Inselanteilen stößt nicht unbedingt auf Wohlgefallen und könnte eine Handelsbeziehung kippen – also aufpassen.

Ist uns dieses aber egal können wir auch gleich alle Anteile einer Insel kaufen und unsere Bilanz damit sehr gut nach oben ausbauen.

Anno 1800

 

Arbeit ist das ganze Leben

Sofern die Geldbörse mal etwas schmaler ist, kann man immer mal wieder Aufgaben finden oder bekommt welche angeboten. Spektakulär ist das jetzt nicht, da sich die Aufgaben stets wiederholen. Hole X von Y ab, versenke das Schiff dahinten oder begleite mein Schiff und beschütze es.

Anno 1800

Wesentlich interessanter sind jedoch die Aufgaben der eigenen Einwohner. Diese erwarten von uns zum Beispiel entlaufene Schweine in der Stadt zu finden und einzusammeln oder Fotos von Hochzeiten oder Familien zu schießen.

Anno 1800

 

Inselspaß statt Frust?

Wir haben Anno 1800 bereits in der closed BETA gespielt und waren schon sehr angetan und neugierig auf das fertige Spiel. Die open BETA haben wir leider zeitlich nicht mitnehmen können was sich jetzt ein wenig rächt, denn es gab ingame Belohnungen.

Technisch ist das Spiel ausgereift und bietet für dieses Genre eine unglaubliche Grafik und einen absolut grandiosen Soundtrack. Spielabstürze oder andere Probleme konnten wir überhaupt nicht feststellen.

Anno 1800

Die Kampagne ist, je nach Spielstil, zwischen 8 und 20 Stunden lang und geht anschließend in das freie Spiel über. Hierdurch entsteht das Potential für sehr viele weitere Spielstunden.

Wir sind aktuell bei ca. 33 Stunden Spielzeit und kriegen einfach nicht genug. Es macht einfach Spaß und man vergisst die Zeit. Zum Glück bekommt man zwischendurch eine akustische Information darüber wie lange man schon spielt und dass man einen Kaffee trinken sollte.

Das Blue Byte und Ubisoft für den siebten Teil der Anno Reihe wieder in die Vergangenheit gegangen sind war die richtige Entscheidung, denn Anno 1800 geht weg wie warme Semmel.

Noch einen Funfact zur Anno Reihe: die Jahreszahlen der Titel ergibt immer 9! 1800 = 1+8, 2205 = 2+2+5 usw.Als Service bieten wir euch noch folgendes Easteregg; im Spiel die Tastenkombination „STRG+Shift+R“ drücken um Anno 1800 in der Ego-Perspektive zu genießen.

 

 

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crusard

Gamer aus leidenschaft seit 1994!

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