Als der Key für Bus Simulator 27 bei mir auf dem Tisch landete, war ich erstmal ein wenig konsterniert, denn ich spiele diese Art von Spielen selten bis fast gar nicht. Mein einziger Berührungspunkt dazu war der Truck Simulator, den ich mal für grob eine Woche auf dem Steamdeck getestet habe. Nichts desto trotz hat das Ganze mein Interesse geweckt und ich wollte mir ansehen, wie dieses Spiel aussieht, wo die Faszination dafür liegt und was so ein moderner Simulator mit sich bringt. Lets go!
Ein Gastbeitrag von @mobitigger
Türen zu, Handbremse lösen und los
Als ich das erste Mal den Bus Simulator 27 betreten habe und mit meinem Charakter die ersten Schritte im Spiel gegangen bin, wollte ich einfach nur eine Karre haben und losfahren. Doch das Spiel nimmt einen mit einem sehr detailliert gestalteten Tutorial-Guide an die Hand und führt den Spielenden zunächst durch die ersten Menüs, zeigt, wie man sich einen Bus kauft und führt durch die Bedienelemente desselben. Danach wird man ohne großes Federlesen auf die Kundschaft los gelassen und der doch sehr enge Griff des Tutorials löst sich und man geht über in eine Phase in der man ein wenig selbst herausfinden darf, wie man gewisse Dinge tun muss um die Quests zu lösen, die das Spiel bereit hält.

Man erstellt eigene Bus-Linien, besetzt diese mit gekauften Bussen und Fahrern und darf sie natürlich auch selbst mit dem eigenen Gefährt befahren. Zusätzlich zum „anständigen“ Fahren bin ich verantwortlich für Ticketverkäufe, die Einhaltung des Fahrplanes und eventuell Schwarzfahrer oder Störenfriede unter den Fahrgästen. Alles in Allem stellt der Bus Simulator 27 die Spielenden da nicht vor besonders große Herausforderungen und ich finde sehr schnell ins Spiel – und, was ich nicht für Möglich gehalten hätte, auch relativ schnell zu einigem Spielspaß. Das liegt nicht zuletzt an einem Spielerlebnis, welches man komplett an seine eigenen Bedürfnisse anpassen kann. Das ist immer ein fetter Pluspunkt.

Ich bin der Bus-Gott!
Es hat für mich keine zwanzig Minuten gedauert, bis ich mit Spaß und Eifer meine Buslinie gefahren bin, Passagiere zusammengestaucht habe die zu laut Musik gehört haben und mir die Stadt und ihre Straßen zum Untertanen gemacht habe. Dabei macht es mir das Spiel sehr einfach in einen ordentlichen Rhythmus zu kommen. Haltestelle anfahren, Handbremse an, Bus absenken, Türen auf und warten bis der Timer für die Abfahrzeit abgelaufen ist und dann das Ganze wieder rückwärts.
Mit einem Schulterblick in den Fahrgastinnenraum kann ich Passagiere ansprechen und mit ihnen Smalltalk halten oder gar Freundschaften schließen und wenn ich vor der Abfahrt noch einmal durch den Bus laufe und alle Fahrgäste auf ihren gültigen Fahrausweis anspreche, entgeht mir definitiv kein Schwarzfahrer. Nach relativ kurzer Zeit ist man voll drin und es macht tatsächlich richtig Spaß, nicht zuletzt deswegen weil man dieses Spiel auch einfach jederzeit unterbrechen und an anderer Stelle fortsetzen kann, ohne dass man zum Beispiel sich nicht mehr an wichtige Storybits erinnern können muss. Dennoch kommt das Spiel auch nicht ganz ohne Story daher, es gilt die Stadt mit einem guten ÖPNV zu versorgen und so weitere Gebiete freizuschalten und ebenso zu integrieren.

Eine runde Sache – Bus Simulator 27
Viel zu meckern habe ich am Bus Simulator nicht. Man könnte die nicht sehr detailreich gestalteten Elemente der Spielwelt kritisieren, Autos Gebäude und Menschen könnten durchaus mit deutlich mehr Liebe gestaltet worden sein, aber für mich war das lediglich ein kleiner Flecken auf der Simulatorenweste. Schön wäre es auch gewesen, wenn man wie im Truck Simulator die Möglichkeit gehabt hätte eigene Musik oder zumindest eine Spielmusik ins Radio des Busses einspielen zu können. Das einzig wirklich gröbere Manko des Bussimulators ist die nur mäßig intelligente KI der anderen Verkehrsteilnehmer und das Navigationssystems des Busses welches manchmal keinen blassen Dunst hatte wo ich bin, wobei ich letzteres einfach unter Realismus abheften würde.
Am Ende bekommt man mit diesem Spiel einen runden Simulator mit einem feinen Spaßfaktor in die Hand und wer diesem Genre etwas abgewinnen kann, der dürfte sich hier pudelwohl fühlen. Allerdings empfinde ich den Peis mit knapp 30 €uro etwas zu hoch gegriffen und würde selbst wohl auch hier auf einen entsprechenden Sale setzen. Den Truck Simulator habe ich im letzten Winter für einen warmen Fünfer geschnappt. Aber natürlich jeder nach seinem Gusto. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Spiel, wenn sich auch erstmal die Modding-Community so eingeschossen hat, wie sie das beim Truck Simulator getan haben, ein echter Dauersuchter werden kann.









