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Wenn Politik auf ein Videospiel trifft – The Occupation

The Occupation ist ein interaktiver-Echtzeit-Thriller, der euch als Journalist in ein nicht einfaches politisches Thema wirft. Als Journalist wollt ihr die Geschehnisse eines Terroranschlages aufklären, doch der Weg dorthin ist nicht zu unterschätzen.

Der kleine Detektiv

White Paper Games hat uns einen besonderen Indie-Titel serviert. The Occupation bietet eine spannende Geschichte und kann damit sehr gut mit anderen Spielen mithalten. Indie-Titel gibt es viele, aber nur selten können einige Titel hervorstechen.

Wir schlüpfen in die Rolle von Harvey Miller, ein Journalist, der unbedingt die Wahrheit hinter einem Terroranschlag ans Licht bringen will. Neben den 23 Opfern schlug der Anschlag auch in der Politik große Wellen, denn der einzige schuldige soll ein Einwanderer sein. Für die Regierung ein gefundenes Fressen, die Rechte ihre Bürger maßlos zu senken.

Unsere Aufgabe ist es nun zu schnüffeln. Kollegen und Freunde des Verdächtigen zu befragen, denn auch ein Tatmotiv scheint es nicht zu geben. The Occupation läuft in Echtzeit ab und wir können dazu frei entscheiden wie wir die Zeit am besten nutzen wollen, die uns zur Verfügung steht. Wir haben nur ein paar Interviewtermine an diesem Tag und erscheinen früh genug, dass noch Zeit bleibt kleine Nachforschungen anzustellen.

Gestörter Spielfluss

So spannend die Geschichte rund um das Spiel auch gestaltet ist, wird der Spielfluss doch leider des Öfteren gestört. Wir können zwar, a la Bioshock, alles durchsuchen, Sicherheitssysteme hacken, Sicherungskästen manipulieren und, und, und, aber die Schwächen des Spiels werden schnell offensichtlich. Die deutsche Übersetzung ist nur sehr lückenhaft vorhanden. Englisch sollte in eurem Repertoire also verfügbar sein. Im Englischen ist die Synchro zwar echt gut, aber das macht die kleinen Glitches und Fehlprogrammierungen der Hitboxen nicht wett. So kann es schon mal sein, dass wir beim Abhören eines Anrufbeantworters, den Knopf zum Starten rechts neben dem Gerät zum Anklicken finden.

Die Wachleute wirken wie ferngesteuerte Puppen, die sich schwebend fortbewegen, wenn man weitgenug entfernt ist, oder in Türen von Räumen akribisch stehenbleiben und wir gefangen sind. Da bleibt dann keine Chance als sich erwischen und zum Sicherheitschef abführen zu lassen, denn das Spiel geht sonst nicht weiter.

Beim Durchsuchen von Schränken, Computern und Lüftungsschächten, kann man sich allerdings schnell verzetteln und die Zeit aus dem Auge verlieren. So kann man das Spiel zwar nochmals mit einer anderen Herangehensweise versuchen, aber man muss auch auch an die deplatzierten Hitboxen im Spiel gewöhnen. Doch all die kleinen Fehler, nehmen der Geschichte nichts, denn man möchte unbedingt herausfinden, was hier vor sich geht.

Hübsch anzusehen

The Occupation ist ein Spiel das grafisch an sich eigentlich ganz hübsch anzusehen ist. Natürlich ist es kein Triple-A Titel, aber für ein Indie-Spiel macht es vieles richtig. Die Umgebungen wirken stimmig und wohlüberlegt. Es gibt viel zu entdecken und es strotzt nur so vor Details. Die Vertonung der Umgebung ist auch passend und gut in das Spiel eingebunden. Die Umgebungen sind abwechslungsreich gestaltet und durch die Unreal 4 Engine, wirken die Lichteffekte absolut toll und einige Objekt sind auch zerstörbar.

Die Steuerung ist hingegen leider unnötig kompliziert. Ich verstehe auch, was die Entwickler eigentlich damit bewirken wollten, dass man Schubladen und Türen erst aufziehen muss und beim Durchsuchen Akte für Akte abarbeiten muss. Auch das bei Zifferneingaben keine extra Bildschirmtastatur aufploppt ist eher hinderlich, denn auch hier liegen die Hitboxen eher abseits von den Ziffern. Es wäre besser gewesen durch Knopfdrücke einfach mit Dingen zu interagieren, denn so eine komplexe Steuerung kann man machen, wenn der Rest des Spiels und die Bewegungen flüssig laufen. Denn auch hier wird oft der Spielfluss kaputt gemacht.

Ein Thema mit Bedeutung

The Occupation greift im Spiel ein großes Thema auf. Einen Terroranschlag zu behandeln und die Hintergründe aufzudecken, kann heikel sein. Doch das Spiel behandelt es professionell und mit genug Abstand zu Emotionen und der perfekten Mischung zum Realismus.

Generell kann einen das Spiel fesseln, da man doch sehr neugierig ist was hinter all dem steckt und wer wie in das Thema verstrickt scheint. Die Einteilung der Zeit wie man möchte lässt einem den nötigen Freiraum zu erkunden, auch wenn man dabei immer die Uhr im Blick behalten sollte.

Das Spiel bietet viele Details und in manchen Punkten ist es gerade das, wo White Paper Games vielleicht mit „weniger ist mehr“ hätte arbeiten sollen. Man merkt schon, wo die Entwickler eigentlich hinwollten, aber an der Umsetzung harkt es an manchen Enden noch.

The Occupation kann man geschichtlich absolut weiterempfehlen, wenn ihr bereit seit dafür ein paar technische Einbußen hinzunehmen.

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