Am 11. November 2025 haben Emotion Spark Studio ihr Erstlingswerk Rue Valley veröffentlicht. Gefangen in einer Zeitschleife von genau 47 Minuten, eine Psyche, die macht was sie will und Geheimnisse, die es aufzudecken gilt. Willkommen in Rue Valley!
Wir müssen hier raus?! … Vielleicht… Gleich…
Wir starten in einem Motelzimmer und sitzen unserem neuen Therapeuten gegenüber. Was auch immer uns hierhergebracht hat, nun sitzen wir in diesem gottverlassenen Laden hier zusammen mit anderen Patienten und sollen an uns arbeiten.
Wir haben noch nicht richtig entschieden, ob wir darauf überhaupt Lust haben und eigentlich auch keine Zeit dafür, denn nach genau 47 Minuten geht die Welt in Flammen auf und wir finden uns wieder bei unserem Therapeuten wieder. Immer wieder. Zu entrinnen, ist nämlich gar nicht so einfach.

Wenn es nur die Zeit wäre…
…dann wären unsere Probleme in einer Zeitschleife festzustecken wahrscheinlich schon groß genug, aber dazu kommt uns noch unsere Psyche in die Quere. Unsere Persönlichkeit entscheidet, ob wir mit unseren Aktionen und Interaktionen überhaupt irgendeinen Erfolg haben können oder ob Optionen sogar in der aktuellen Verfassung gar nicht möglich sind. Intelligenz, Charisma und Emotionen sind für unser Weiterkommen verantwortlich.

Sind wir zu entschlossen, werden wir paranoid. Zu extrovertiert, wird zu arrogant und sind wir zu sensibel, geben wir uns für alles die Schuld. Oder wir sind einfach unmotiviert und müssen uns erst einmal irgendwie inspirieren, denn sonst können wir einfach gar nichts machen. Wer genau muss erst überredet werden aus einer Zeitschleife ausbrechen zu wollen?! Aber gut, legen wir los!
Inspiration ist der Schlüssel
Um die nun immer mehr aufkommenden Aufgaben erledigen zu können, müssen wir so viel Inspiration sammeln, wie wir können, denn nur damit kommen wir in unseren Quests weiter. Wir arbeiten uns durch die Schleifen und versuchen mit jeder von ihnen neue Dinge zu erfahren, die Menschen kennenzulernen oder ganz schnell mit unserem Auto zu flüchten… was uns allerdings nur in eine Bar bringt.
Jeder hier hat seine eigenen dreckigen Geheimnisse und wir können eins nach dem anderen davon aufdecken. Dabei arbeiten wir auch immer weiter an uns selbst und schalten so tatsächlich neue Fähigkeiten frei, die uns ebenfalls weiterhelfen. Das Spiel punktet mit seinem Goofy-Humor und den mysteriösen Umständen, in denen wir uns befinden.

Die ersten Schleifen sind sehr interessant und spannend und bieten immer wieder neue Entdeckungen. Das flacht allerdings später leider sehr ab und wir werden in eine bestimmte Richtung geschoben, weil es nichts andres mehr zu tun gibt. Hier wurde Potenzial liegen gelassen. Auch das Charaktersystem macht uns generell nur selten Probleme, egal wie wir gerade drauf sind.
Großartiger Comic – Rue Valley
Wir müssen sehr viel lesen in Rue Valley. Das sagen wir extra, weil das nicht für alle Spieler ein Anreiz ist. Das haben wir aber sehr gerne in Kauf genommen, denn der zum Leben erwachte Comic ist ein richtiger Augenschmaus. Die Grafik fängt die Stimmung von Depression, Melancholie und Fragen an unsere Persönlichkeit perfekt ein und bietet nicht nur viele Interaktionsmöglichkeiten, sondern auch viele Details fürs Auge. Dazu gibt es einige Szenen, die uns einfach im Gedächtnis bleiben werden, weil sie so fantastisch inszeniert worden sind, aber alles weitere wären Spoiler.

Raus aus der Schleife – Rue Valley
Rue Valley fängt sehr stark an und begegnet uns mit vielen interessanten Mechaniken, Charakteren und Umgebungen. Doch je länger wir Zeit damit verbringen, desto mehr verliert uns das Spiel und wir erwischen uns dabei auch einige Textpassagen mit zu wichtigen Informationen zu skippen. Die Grundsätzliche Idee dahinten finden wir richtig gut, genauso wie den fantastischen Look, aber leider wurde hier und dort Potenzial liegen gelassen. Aber macht euch gerne einen eigenen Eindruck von Rue Valley, wenn ihr möchtet.









