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Musik, Kotze und viel Spaß – Parkitect

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Eher zufällig sind wir über das Spiel Parkitect gestolpert. Parkitect von den Entwicklern namens Texel Raptor, ist eine Wirtschaftssimulation in welchem wir einen Freizeitpark aufbauen müssen. 2014 wurde über Kickstarter eine Kampagne zur finanziellen Unterstützung für die Entwicklung gestartet. Die Alpha (Early Access) startete am 05. Mai 2016 und am 29. November 2018 erschien Parkitect für den PC. Was Parkitect so besonders macht und wie es sich spielen lässt, erfahrt ihr hier bei uns im Review.

 

Aller Anfang ist schwer!

Das darf man in Parkitect auch tatsächlich wörtlich nehmen. Durch die Komplexität des Spiels sollte man unbedingt vorab das Tutorial spielen um einen Einblick dafür zu bekommen, auf was man alles achten muss und wie man was wo und wie baut. Das Tutorial hat man in wenigen Minuten durchgespielt – nun geht es ans Eingemachte.

Im neuen Park angekommen machen wir uns direkt daran einen „Food Court“ zu errichten. Wir platzieren also neben einer Fressbude und einem Getränkestand auch ein Depot, welches wir mithilfe von unterirdischen Leitungen mit dem Warenlager verbinden. Nun dem Depot noch sagen, welche Buden versorgt werden müssen, ein bis zwei „Träger“ einstellen, das Ganze dann mit einer Wand oder Hecke vor den Augen der Gäste verbergen und der Fisch ist gelutscht.

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Wer sich nun fragt, wer oder was diese „Träger“ sind hat aufmerksam den Text gelesen. Träger versorgen die Buden mit Waren aus dem Depot. Wichtig ist hierbei, dass eine Wegverbindung von dem Depot zu den Buden gegeben ist. Der Sichtschutz um das Depot und den Budenrückseiten hat zwei Hintergründe: zum einen sieht es schöner aus und zum anderen leidet darunter nicht die Parkbewertung, denn wenn die Gäste sehen wie die Träger die Waren transportieren, sinkt die Zufriedenheit da die Illusion schwindet. Zusätzlich empfiehlt es sich hierbei an mehreren Punkten einen „Food Court“ zu errichten und zentral einen Pausenraum für die Mitarbeiter zu errichten.

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Sandburg im Sandkasten oder doch die Kampagne?

Parkitect bietet insgesamt 26 Kampagnen, welche unterschiedliche Ziele an den Spieler richtet. So müsst ihr zum Beispiel eine Zufriedenheitswertung von 75% oder 800 Besucher in eurem Park haben. Jede Kampagne hat hierbei unterschiedliche Tücken wie zum Beispiel wenig Platz, hügeliges oder sehr regnerisches Terrain. Das sollte man immer gut im Hinterkopf haben.

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Im Sandkastenmodus können wir ganz ohne finanziellen Druck und ohne besondere Ziele ganz entspannt unseren Traumpark bauen. Es sind alle Fahrgeschäfte, Dekorationen und Buden freigeschaltet. Im Szenario-Editor können wir gar die bereits absolvierten Kampagnen bearbeiten um so zum Beispiel unendlich Geld, immer zufriedene Gäste uvm. zu haben.

 

Alles Top – 5* – immer wieder gerne

Die Parkbewertung ist der Punkt, welcher über Erfolg oder Bankrott des Parks entscheidet. Dabei setzt sich die Bewertung aus mehreren Punkten zusammen: Sauberkeit, Sicherheit, Erlebnis, Illusion, Zufriedenheit usw. Es ist teilweise wirklich sehr schwer alle Punkte gleichermaßen zu berücksichtigen und zu verbessern. Da aber nur eine gute Parkbewertung die Gäste anlockt und auch im Park hält, müssen wir direkt zu Beginn diese Faktoren berücksichtigen und entsprechend planen, bauen und Mitarbeiter einstellen.

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Sind genug Sicherheitskräfte vorhanden, treiben sich weniger Vandalen im Park herum und die Gäste sind ein gutes Stück zufriedener. Hausmeister kämpfen gegen Müll und halten die Buden und Toiletten sauber. Maskottchen animieren unsere Gäste und pushen gleichzeitig die Illusion. Zur Auswahl stehen uns hier Haie, Roboter, Dinosaurier, Vogelscheuchen und auch Pandas. Letztere jedoch nur über den STEAM Workshop. Ein ausgewogenes Angebot an Attraktionen wird unsere Parkbesucher ebenso begeistern wie unseren Geldbeutel.

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Für die perfekte Illusion stehen uns aber auch diverse Dekorationsgegenstände zur Verfügung. Gut angelegte Wegesysteme mit genügend Bänken und Mülleimern werden mit einer höheren Zufriedenheit belohnt.

 

Immer schneller und höher… oder doch lieber langsam und langweilig?

In Parkitect stehen uns diverse Attraktionen von langsam und langweilig bis extrem schnell und aufregend zur Verfügung. Dabei sind wirklich viele bekannte Karussells wie zum Beispiel das Riesenrad, Break Dance, Teetassen, Tretboote, Autoscooter, Freifalltürme, Achter- und Wasserbahnen vertreten. Durch das Forschungsteam können weitere Fahrgeschäfte, Dekorationen und Läden freigeschaltet werden. Das Besondere an den Achterbahnen ist, dass diese noch in den Kategorien wilde Maus, Holz- und Stahlachterbahn, Junior und Coaster usw. aufgeteilt ist. Aber das wirklich besondere ist hierbei der Baumodus.

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In Parkitect können wir unsere Achterbahnen (und auch Wildwasserbahnen) nach unserem Belieben aufbauen. Wir platzieren eine Station, machen den Aufzug oder lassen die Bahn abschießen. Nun noch eine scharfe Linkskurve mit einer Rechtsschraube mit abschließendem Looping und das Erlebnis für die Gäste ist fast perfekt. Während des Bauvorgangs fährt ein Geisterzug auf der Strecke welcher uns zeigen soll, ob der Zug auch überall hochkommt oder ob dieser irgendwo stecken bleibt. Wir können uns während des Bauvorgangs auch diverse Informationen wie G-Kräfte, Abfahrten, Geschwindigkeiten und Co. anzeigen lassen.

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Sobald die erste komplette Runde gefahren wurde, sehen wir im Statistikreiter der Achterbahn die Bewertung in den Punkten Aufregung, Intensität, Dekoration und Übelkeit. Ist die Intensität zu extrem, werden potenziell weniger Gäste dieses Fahrgeschäft besuchen – mit schöner Dekoration steigt dann auch schon wieder die Illusion bei den Gästen. Wenn es mal nicht so mit den Ideen klappt, kann man sich auch vorgefertigte Bahnen hinstellen.

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Nicht jede Attraktion kann jedoch groß bearbeitet werden. Meistens beschränken sich die Möglichkeiten auf die Wahl der Musik, die Farben der Lichter und Bedingungen des Starts. Bei den Freifalltürmen kann jedoch die Höhe festgelegt werden.

 

Hier fehlt noch ein roter oder gelber Farbakzent

Sobald wird unsere ersten Attraktionen aufgebaut und dekoriert haben, können wir auch die Preise etwas nach oben schrauben um mehr Geld einzunehmen. Hier gilt jedoch zu beachten was die Parkbesucher denken. Ist der Preis zu hoch, werden diese dieses eher meiden und können sogar wütend den Park verlassen.

Die Dekorationen sind hier neben den Standard Dingen wie Bäumen, Blumen, Laternen und Co. auch Themenbezogen. So kann man zum Beispiel eine Holzachterbahn wunderbar mit alten amerikanischen Elementen verzieren, welche an die Zeit der Goldgräber erinnert oder eine wirklich sehr gruselige Atmosphäre erschaffen.

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It’s all about the Money

In einer Wirtschafssimulation darf selbstverständlich das Geld nicht zu kurz kommen. In jedem neuen Szenario starten wir mit einem Kapital von 25.000€. Ist das Geld aufgebraucht haben wir mehrere Möglichkeiten, um schnell an Geld zu kommen. Entweder nehmen wir wenn es mal etwas eng wird einen Kredit, welcher jedoch mit monatlichen Zinsen ein Minus in unsere Kasse spült, oder wir erhöhen die Preise für die Attraktionen, den Parkeintritt, Essen- und Trinken oder Souvenirs, verlangen Geld für die Toilettenbenutzung. Wie lange die Parkbesucher dieses jedoch mitmachen, ist eine andere Sache.

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Eine andere Sache ist die, dass im einem Moment das Betriebsergebnis positiv ist und im nächsten extrem ins Negative umschlägt und unser Park droht pleite zu gehen. Haben wir dann keine Möglichkeit mehr einen Kredit aufzunehmen, müssen wir zusehen wie unser geliebter Park kurz vor der Schließung steht.

Um noch einmal kurz das Thema mit den Preiserhöhungen bei Speis- und Trank anzusprechen, nicht nur dieser kann hier verändert werden, sondern auch der Anteil einiger Zutaten. So können wir beim Zucker- und Eis aber auch beim Käse- und Fleischanteil ein wenig sparen.

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Durch genaue Statistiken und Synchronisation können wir somit in Echtzeit prüfen, welche Auswirkung unsere Preisänderungen haben.

Sobald wir wieder ein paar Notgroschen im Sparstrumpf haben, können wir ruhig ein wenig Werbung machen. Entweder für Attraktionen oder den ganzen Park. Je nach Dauer und Kanal variieren die Preise. Kostet die Werbung mit Flugblättern für eine Attraktion für einen Monat zum Beispiel 86,00€, kann eine sechs Monatige Werbung im Fernsehen schon mal über 10.000€ kosten.

Parkitect

Grafik, Sound und Technik

Parkitect läuft sehr stabil und wirkt robust. Auch grafisch muss sich das Spiel in keiner Weise verstecken, denn die Animationen sind schön und flüssig. Die Aufmachung und Gestaltung der einzelnen Szenarien sind stimmig und bescheren so einen guten Mehrwert. Das Titel- und Level Melodien in einer Simulation nicht vom russischen Staatsorchester stammen müssen zeigt Parkitect deutlich. Hier hat man das was man sich doch eigentlich im Tiefen wünscht – richtig schnulzige und typische Freizeitparkmusik!

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Fazit zum Sandkasten Freizeitpark

Parkitect bietet neben den Kampagnen mit entsprechenden Herausforderungen auch einen großartigen Sandkasten zum Austoben. Wer damals schon die Rollercoaster Tycoon Spiele mochte, wird an Parkitect massiv Freude haben. Nervig kann es jedoch werden, wenn auf Teufel komm raus der Park einfach kein Gewinn abwerfen will und viele Stunden dann einfach den Bach runter gehen. Auch die Möglichkeit seine eigenen Achterbahnen zu bauen ist einfach nur genial umgesetzt. Die Physik ist genau und mithilfe der ganzen Details und Statistiken präzise anpassbar. So können wir kinderleicht sehen, wo noch die ein oder andere Korrektur vorgenommen werden muss, um dem Fahrgast ein unvergessliches Erlebnis zu bieten.

Was die Simulation noch realistischer wirken lässt sind die Wettereffekte, denn wer will schon bei 7 Grad und Dauerregen mit der Wasserbahn fahren?

Rundum lässt sich sagen, dass Pariktect sein Geld wert ist und zum verweilen einlädt. So können ratzfatz viele Stunden verstreichen ohne, dass man dieses mitbekommt – in unserem Test sind es bereits über 30!

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crusard

Gamer aus leidenschaft seit 1994!

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